{"id":392,"date":"2010-10-03T09:14:03","date_gmt":"2010-10-03T07:14:03","guid":{"rendered":"http:\/\/africacruiser.de\/afrika\/?p=392"},"modified":"2024-01-14T19:39:03","modified_gmt":"2024-01-14T18:39:03","slug":"ferryboat-assuan-wadi-halfa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/africacruiser.de\/afrika\/2010\/10\/ferryboat-assuan-wadi-halfa\/","title":{"rendered":"Ferryboat Assuan &#8211; Wadi Halfa"},"content":{"rendered":"<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-392 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/africacruiser.de\/afrika\/2010\/10\/ferryboat-assuan-wadi-halfa\/p1060682\/'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/africacruiser.de\/afrika\/wp-content\/uploads\/2010\/10\/P1060682-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt 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all\u00a0your\u00a0beautiful\u00a0congrats!<\/p>\n<p>Wenn man in ein Land mit totalem Alkoholverbot reist, ist ja wohl klar, dass man am Abend vorher noch mal einen trinken geht. Und wer in Assuan nach so etwas wie einer Kneipe fragt, landet unweigerlich in einem Etablissement namens Free-Shop im Nebengeb\u00e4ude einer \u2013 jawohl &#8211; Kirche. Durch dunkle verwinkelte G\u00e4nge und Treppenh\u00e4user, die so niedrig sind, dass man sich b\u00fccken muss, gelangt man in einen d\u00fcsteren Raum (die schweren Vorh\u00e4nge vor den Fenstern zum Nil sind sorgf\u00e4ltig zugezogen), mit einer Bar, in der es kaltes Bier und alle Arten von Schnaps gibt. Und davor dr\u00e4ngen sich die Jungs im Moslem-Nachthemd-Outfit, und lassen es sich vor dem Fernseher beim Fu\u00dfball schmecken. Die Pyjama-Party ist f\u00fcr uns nach Wochen in moslemischen L\u00e4ndern ein geradezu unwirklicher Anblick. Nicht lange, dann haben auch ein paar S\u00fcdafrikaner den Weg in den Free-Shop gefunden, und dann \u2013 nat\u00fcrlich \u2013 die Iren Podge, John und Jane. Mit denen l\u00e4sst sich gut trinken und wir k\u00f6nnen wohl sagen, wir haben den Abend w\u00fcrdig verabschiedet. Um Mitternacht bekomme ich noch ein g\u00e4lisches Happy Birthday auf der Dachterrasse unseres Hotels, und am n\u00e4chsten Morgen ging es dann in aller Herrgottsfr\u00fche mit einem ordentlichen Hangover zum Hafen. Die Prozedur, die dort zu durchlaufen ist, ist wieder mal endlos und zieht sich \u00fcber Stunden, aber wir absolvieren alles im Konvoi und zusammen l\u00e4sst es sich leichter aushalten. Au\u00dfer uns sind da die S\u00fcdafrikaner mit vier Autos, die beiden holl\u00e4ndischen Wagen, der irische und eine deutsche Familie mit einem Truck, dazu noch neun Motorradfahrer. Nach sieben oder acht Stunden Paperwork in br\u00fctender Hitze ohne jeden Schatten sind alle Fahrzeuge irgendwann auf die Pontons verfrachtet und wir d\u00fcrfen an Bord gehen. Es ist die gleiche \u201eSinai\u201c auf der auch Michael Palin gefahren ist, und ja, sie ist klein, \u00fcbervoll und knallhei\u00df. Alle Schattenpl\u00e4tze sind lange belegt und in der Sonne auf dem gluthei\u00dfen Metalldeck brutzeln wir wie Eier in der Pfanne. Aber schnell haben ein paar locals Mitleid mit uns und machen uns Platz, wir haben Essen dabei und bieten es rundum an, und irgendwann trauen wir uns sogar, unsere H\u00e4ngematte quer \u00fcbers Deck aufzuh\u00e4ngen. Das Boot f\u00fcllt sich immer mehr ohne irgendwelche Anzeichen einer bevorstehenden Abfahrt. Es sind fast keine Frauen an Bord, was mir kurzzeitig Hoffnung f\u00fcr die Erhaltung des leidlich sauberen Zustands der Damentoiletten gibt, aber die Hoffnung zerschl\u00e4gt sich schnell. Die M\u00e4nner benutzen unsere Toilette ganz selbstverst\u00e4ndlich mit, mit einer Wassersp\u00fclung wissen sie nichts anzufangen, und in den Waschbecken werden abwechselnd Kinder gewickelt und Kleider ausgesp\u00fclt. Kurz vor Sonnenuntergang geht es endlich los. Der Schiffslautsprecher ruft zum Abendgebet, und wer gedacht hat, das Deck sei bereits voll, wird nun eines Besseren belehrt. Aus allen Ecken dr\u00e4ngen sie sich an Deck, jeder Quadratzentimeter ist belegt, dicht an dicht wird sich gegen Mekka gebeugt, gesungen und gebetet, und als wir denken, es ist endlich vorbei, kommt die zweite Schicht an die Reihe. Als auch die schlie\u00dflich ausgebetet und sich wieder nach unten verzogen hat, traue ich mich endlich, meinen mitgebrachten Rotwein aufzumachen. Solange wir noch in \u00c4gypten sind ist das legal, es wird schon dunkel und schlie\u00dflich habe ich immer noch Geburtstag! Allerdings hat das Zeug Gl\u00fchweintemperatur, und wir m\u00fcssen es im Glas abk\u00fchlen lassen, um uns nicht die Zunge zu verbrennen. Ich bin wirklich froh, dass zumindest in Deutschland offenbar das eine oder andere anst\u00e4ndige Getr\u00e4nk auf mich getrunken worden ist \u2013 danke, Leute! In der Nacht teilen Marc und ich uns H\u00e4ngematte und Schiffsdeck in zwei Schichten, die H\u00e4ngematte ist okay, aber die Passagiere sind sehr neugierig und scheuen sich nicht, mit Taschenlampen hineinzuleuchten und nachzusehen, wer da so drinnen liegt, und auf dem Deck muss man aufpassen, dass man sich nicht zu sehr zusammenrollt, denn wenn man sich danach wieder ausstrecken will, kann man sicher sein, dass andere F\u00fc\u00dfe da liegen, wo vorher die eigenen waren. Aber ja, nat\u00fcrlich haben wir Sternenhimmel \u00fcber uns, und kurz nach dem Morgengebet gegen f\u00fcnf oder so (Ablauf wie oben, sie beten jetzt auch unter unserer H\u00e4ngematte) fahren wir dicht an Abu Simbel vorbei und bestaunen verschlafen die vier riesigen Ramses-Statuen in der aufgehenden Morgensonne. Kurze Zeit sp\u00e4ter sind wir in sudanesischem Gew\u00e4sser. Die Einreiseprozedur beginnt bereits an Bord, st\u00e4ndig muss man irgendwo was ausf\u00fcllen, beglaubigen oder abstempeln lassen, und bevor das nicht auch der letzte Passagier getan hat, kommt keiner von Bord. In Wadi Halfa sind die Formalit\u00e4ten dagegen ein Klacks und schon wenige Stunden sp\u00e4ter haben uns die beiden f\u00fchrenden Schlepper, ohne die hier gar nichts geht, unter sich aufgeteilt. Wir landen zusammen mit den Iren und den S\u00fcdafrikanern in Magdis G\u00e4stehaus. Ein luftiges und eigentlich recht einladendes schlichtes Anwesen in der \u00f6rtlichen Lehmbauweise, in dem wir uns ersch\u00f6pft niederlassen. Wir haben hier nichts weiter zu tun als auf unsere Autos zu warten. Alle bewohnen mehr oder weniger zusammen einen gro\u00dfen Raum, zw\u00f6lf Leute zwischen 25 und 65, und bald herrscht eine Atmosph\u00e4re wie im Schullandheim. Wir verstehen uns pr\u00e4chtig, spielen Karten und Ratespiele, bekommen immer wieder mal etwas zu essen und benutzen klaglos alle denselben Waschraum, der aus einem Stinkloch im Boden und einer Wassertonne besteht. Marcs und meine Schlafpl\u00e4tze sind unter offenem Himmel im Hof, und wieder bew\u00e4hrt sich unsere H\u00e4ngematte. Bereits am Abend des n\u00e4chsten Tages kommen zu unserer gro\u00dfen Freude nach und nach die Autos an! Das muss nat\u00fcrlich gefeiert werden, und schwupp, taucht aus den s\u00fcdafrikanischen Autos eine Whiskyflasche nach der anderen auf. Es gibt in solchen Autos jede Menge Verstecke, die haben wir alle weidlich genutzt und verbringen einen ausgelassenen Abend miteinander, bevor wir am n\u00e4chsten Morgen jeder f\u00fcr sich in das Abenteuer Sudan aufbrechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>We successfully catched the boat, an indeed it was a very\u00a0special birthday-experience &#8211; thanks for all\u00a0your\u00a0beautiful\u00a0congrats! Wenn man in ein Land mit totalem Alkoholverbot reist, ist ja wohl klar, dass man am Abend vorher noch mal einen trinken geht. 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