02 Vorbereitungen

„Du brauchst doch im Grunde nur ein Visum und ein Flugticket“, sagte meine liebe Kollegin irgendwann zu mir, als ich ein bißchen über den Vorbereitungsstress geächzt habe. Und irgendwie hat sie natürlich recht.

Das individuell richtige Ausmaß an Planung und Vorbereitung zu finden, das sich für einen am besten anfühlt, ist gar nicht so einfach: Wir haben in Afrika Langzeitreisende getroffen, die alles minutiös durchgeplant hatten, und ganz genau wussten, wann sie wo sein und was sie wie machen wollten. Die mussten ständig ihre Pläne umwerfen und sind von einer Enttäuschung in die nächste geschliddert. Wir haben auch welche getroffen, die sich einfach ins Auto geschmissen haben und losgefahren sind. Die mussten dann zwar vieles umständlich vor Ort organisieren, aber hatten deutlich mehr Spaß.

Wir sind irgendwo dazwischen, und haben uns erstmal neue Reisepässe und internationale Führerscheine besorgt. Dann haben wir ein passendes Auto für unsere Reise in Australien gesucht, und einen Untermieter für unsere Wohnung in Frankfurt. Wir haben nacheinander alle unsere Ärzte aufgesucht, uns gründlich durchchecken und noch ein paar Impfungen verpassen lassen. Dann eine Langzeit-Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, unsere deutschen Krankenversicherungen auf Anwartschaft umgestellt, ein Sabbatical beantragt (Dela und Marc) und gekündigt (Marc). Und irgendwann dann natürlich auch Visa und Flüge besorgt.

Die letzten Wochen vor der Abreise sind wir hauptsächlich damit beschäftigt, Platz für den Untermieter zu schaffen. Es hilft nix: da müssen Berge von Kleidung und Privatkram die Wohnung verlassen. Schlussendlich landen an die 30 Kisten bei einer Freundin auf dem Dachboden.

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