Tierra del Fuego 1

Wer totale Abgeschiedenheit und Einsamkeit mag, der ist auf Feuerland richtig. Hier gibt es eigentlich gar nichts mehr.

Die Fähre bringt uns nach Porvenir, der ‘Hauptstadt’ des chilenischen Teils. Hier wohnen noch ein paar hundert Menschen, es gibt zwei oder drei kleine Läden mit etwas verschrumpeltem Gemüse, eine Tankstelle, nebenan ein Leuchtturm und das war es auch schon.

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Die Schotterpiste, an der die Armee immer noch baut, führt uns vorbei an vergletscherten Bergen und malerischen Flussläufen, an denen sich Biber austoben, weiter nach Süden. Zu beiden Seiten gibt es Stichstraßen zu riesigen Estancias, Schaffarmen, die manchmal noch hundert Kilometer entfernt sind. Eine reicht kurzerhand vom 53. bis zum 54. Breitengrad. Jede hat ihre eigene Flugpiste. Abends kreisen die Kondore tief über uns, und ab und zu schaut ein Silberfuchs vorbei.

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Natürlich gibt es auch hier wieder ein Ende der Welt, wo die Straße aufhört. Wir drehen um, und überqueren den kleinsten und entspanntesten Grenzübergang, den man sich vorstellen kann.

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Auf der argentinischen Seite erleben wir einen Kulturschock. Die Landschaft ist natürlich die gleiche, aber es gibt Asphalt, Stromleitungen, Staßenbeleuchtung und – juchu! – auch eine Müllabfuhr. Die Stadt Rio Grande bietet Restaurants und Cafés, schicke Geschäfte und Nightlife. Sie ist, wie wir lernen, das absolute Mekka der Fliegenfischerei nach riesigen Forellen. Aus der ganzen Welt reisen hierfür Touristen an. In den exklusiven Lodges in der Umgebung geben sich wohl Hollywood-Stars und ehemalige US-Staatspräsidenten die Klinke in die Hand. Dass wir mit der Fliegenfischerei nichts am Hut haben, wird mit ungläubigem Staunen aufgenommen. Hier fischt wirklich jeder.

Wir fahren weiter nach Süden in die hübsche Stadt Ushuaia, die gerade noch an der südlichste Andenkette Platz hat, bevor diese in den Beagle-Kanal abfällt. Und selbstverständlich nehmen die Argentinier hier das Ende der Welt für sich in Anspruch. Sie tun gerade so, als sei man hier kurz vor dem Südpol. Dabei sind wir gerade mal auf dem 54. Breitengrad. Gespiegelt auf die Nordhalbkugel entspricht das ungefähr Flensburg. Natürlich ist es hier viel rauher und kälter, aber das liegt nur daran, dass das Klima hier nicht vom schönen warmen Golfstrom bestimmt wird, sondern vom eisigen Humboldtstrom.

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Von hier starten die Schiffe in die Antarktis. Es sieht wunderschön aus, wie sie da so am Pier liegen, verheißungsvoll, gerüstet für die eisigen Welten des Südpolarmeers.

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Wir haben auf dieser Reise einige Leute gesprochen, die schon in der Antarktis waren, und Marc war natürlich vor zwanzig Jahren auch schon mal mit dem Segelboot dort. Ausnahmslos alle sprechen nur mit leuchtenden Augen davon. Ein älterer weitgereister Mann sagte uns, es seien die schönsten Tage seines Lebens gewesen. Ein junger Schweizer erzählte uns, dass ihm vor Ergriffenheit die Tränen kamen. Und manche sagen, dass sie kaum darüber sprechen können, weil sie einfach keine Worte für das finden, was sie gesehen haben. Es muss doch etwas Besonderes auf sich haben mit dieser Antarktis.

Also erfüllen wir uns jetzt den ganz ganz großen Traum: heute nachmittag gehen wir an Bord der ‘Ocean Adventurer’, die uns drei Wochen lang mit auf ihre Reise nach Süd-Georgien und in die Antarktis nimmt. Wir sind sehr aufgeregt und freuen uns riesig.

Es ist so schön für uns, dass so viele von Euch uns enthusiastisch folgen. Ihr schreibt so liebe Dinge, das macht uns etwas verlegen, aber wir sind sehr glücklich, und auch ein bißchen stolz, wenn Euch unsere Berichte gefallen. Und wir fühlen uns von Euch begleitet, das ist ein sehr schönes Gefühl. Wir werden jetzt drei Wochen offline sein, und dann wollen wir doch mal gucken, ob wir Euch was Schönes aus der Antarktis mitbringen können. Smile

15 Antworten auf „Tierra del Fuego 1“

  1. Wow, Eure Berichte sind echt der Hammer. Da könnt Ihr abschließend ein Buch darüber schreiben. Schön, dass ihr jetzt auch mal 3 Wochen „Urlaub“ vom Abenteuer Südamerika macht. Genießt dieses sicherlich unvergessliche Erlebnis Antarktis.

    Für alle „daheim“:
    Unter http://www.marinetraffic.com können wir die Route des Schiffes verfolgen.
    LG Hutzel

  2. hallo, ihr zwei

    ach, wie toll….jetzt geht es sogar in die antarktis. wie wunderbar, wie einzigartig.
    war die ganze reise bis jetzt schon so neiderregend, jetzt topped ihr das auch noch.

    ich wuensche euch eine grossartige tour mit den sicher nicht zu vergessenden eindruecken und erlebnissen. macht weiterhin so schoene fotos, damit wir uns alle ein bisschen aus der ferne mit euch freuen und alles bewundern koennen, auch wenn wir drei wochen warten muessen.
    .
    bleibt gesund. ich freue mich schon sehr auf euren antarktis-bericht.
    alles, alles liebe und einen schoenen gruss an die pinguine
    marina

  3. Hallo das ist ja toll , ein Wunsch von mir ich freue mich auf euren Bericht und eure Bilder. Liebe Grüße von Marokko von Uschi und Reinhold

  4. Liebe Dela, lieber Mark,

    wir wünschen euch eine tolle und aufregende Zeit!!!
    Ich freue mich jetzt schon auf die Bilder und deinen Bericht.

    Liebe Grüße aus Oberfranken von den Späthn Passt auf euch auf.

  5. Lieve Marc en Dela,

    Heel veel plezier richting Antartica. Ik ben heel benieuwd naar jullie ervaringen, verhalen en vast weer prachtige foto’s. Tot over 3 weken. Ik lees graag weer mee!!

    Groeten en liefs
    Paula

  6. Hallo ihr zwei,

    3. Wochen offline – ihr glücklichen 😉
    Die Welt ist so schnell und eure Reise macht sie einwenig beschaulicher.
    Friert jeden Moment ein!

    Ich freu mich auf neue Fotos und die tolle Geschichte die ihr zu berichten habt.

    Ein Bussi und nen Klopfer
    7ven

  7. der absolute Hammer! ich lese sehnsuchtsvoll und voller Freude von euren neuen Erlebnissen und bin tief beeindruckt von den Wahnsinns-Bildern! das jagt ein Highlight das nächste! Mein , im vergleich dazu doch sehr bescheidenes Reise-Highlight wird Köln sein;)) Ihr wisst schon: Alaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaf;))) Bleibt weiter neugierig und gesund! Liebe Grüße aus dem arschkalten Frankfurt, Katrin

  8. Hallo ihr beiden,
    welch tolle Abenteuer und so spannend beschrieben. Auch die Fotos sind ja wieder sensationell.
    Jetzt noch in die Antarktis. Erholt euch gut und genießt den tollen Ausflug.
    Warte gespannt auf den nächsten Bericht.
    Immer ne Handbreit Wasser unterm Kiel wünsche ich euch.
    Tschüss Wolfgang

  9. Hallo Ihr Lieben,
    ……Lebe Deinen Traum! Ihr macht es gerade. Beneidenswert!! Tolle Bilder, schöne Berichte. Ich freue mich dadurch ein wenig an Eurer Reise telnehmen zu können. Geniesst die Schiffspassage in die Antarktis!
    Lg Roland B.

  10. Lasst es Euch auf der Schiffsreise gut gehen, denn bei allem Abenteuer habe ich das Gefühl zwischen den Zeilen auch zu lesen, dass das Wetter mit einem so kleinen Fahrzeug nicht immer einfach ist und die Versorgung mit Essen eher des Thema Versorgung als das Thema Genuss erfüllt. Fühlt Euch von uns gedrückt – unsere gemeinsame Reise und auch Eure jetzige, sind uns für Pläne und Gedanken an die Zukunft, sehr wichtig.

    1. Liebe Dag, hat Dich Kolumbien vielleicht ein wenig mit dem Südamerikavirus infiziert…? So schlimm ist es hier nicht mit der Versorgung, aber an die Genüsse mit Euch und Eurem Rhino in Afrika denken wir schon manchmal mit Wehmut zurück!

      1. Hallo dela. Ja wir auch-ich sage nur banankuchen in Tofu!
        Ich hatte eine gute Zeit in kolumbien aber „infiziert“ habe ich mich nicht. Wir denken gerade mehr über Asien nach…wann kommt ihr wieder nach Hause?

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