Fotos taken in Andorra, the harbor of Saint Tropez, Monaco (training day of the Formula 1 race) and in the Alps on a Swiss/French border crossing.
The last night of our trip we spent in France in the Alsace (Elsass) region.. almost back home!!
Fotos taken in Andorra, the harbor of Saint Tropez, Monaco (training day of the Formula 1 race) and in the Alps on a Swiss/French border crossing.
The last night of our trip we spent in France in the Alsace (Elsass) region.. almost back home!!
The last part of our trip, slowly moving towards home. It feels good to travel with the car again. Enjoying spanish tapas, historic sites in Santiago de Compostela, San Sabastian and Pamplona, modern architecture of the Guggenheim Museum in Bilbao, the Salvador Dali Museum in Figueras and mountain roads in the Pyrenees.
We expect to be back home the weekend of 28/29 may 2011. Greetings, Dela and Marc
Schon wieder so ein schwerer Abschied. Die Purple Beach und ihre Besatzung sind uns richtig ans Herz gewachsen. Abends gehen wir noch mit Mariusz und dem örtlichen Agenten Muscheln essen, von denen uns Mariusz ungefähr die ganze Reise vorgeschwärmt hat. Und die sind wirklich umwerfend. Wir freuen uns an der Altstadtathmosphäre und dem leckeren Essen und müssen uns dann auch von Mariusz verabschieden, der zurück auf sein Schiff muss. Um Mitternacht stehen wir schniefend am Hafen und winken dem auslaufenden Schiff und unseren Jungs hinterher. Macht’s gut, Leute, es war schön mit Euch!
Am nächsten Vormittag wird’s nochmal spannend. Wir haben doch ein etwas mulmiges Gefühl als der Container geöffnet wird. Schließlich wissen wir genau, wie stark er geschaukelt und geschüttelt worden ist. Aber unser Auto macht uns wieder Freude. Nichts ist beschädigt und es springt beim ersten Versuch an. Juchu
Wir haben noch zwei Wochen Zeit für die Heimreise und wollen durch frühlingshafte Europa langsam nach Hause schaukeln.
Wir überqueren abermals den Äquator, befinden uns nun also wieder auf der Nordhalbkugel und haben langsam das Gefühl, heimzukommen. In Äquatornähe verwandelt sich der Atlantik seltsamerweise in eine spiegelglatte Scheibe. Diese Windstille ist wohl typisch und bei Seglern berüchtigt. Für uns sind das jedoch perfekte Bedingungen. Die Luft ist sehr warm, Moskitos oder sonstiges Ungeziefer gibt es nicht, und wir sitzen abends lange draußen an Deck und genießen die magische Stille mitten auf dem Ozean. Man sieht kaum mal ein Schiff oder einen Vogel. In einer sternenklaren Nacht sehen wir dafür vier markante Sternbilder gleichzeitig: den großen Wagen, das Kreuz des Südens, Skorpion und Orion.
Die Deckmannschaft nutzt die ruhige See, um die Stahleile in den bordeigenen Kränen zu fetten. Eine wacklige, schmutzige Arbeit in schwindelnder Höhe. Wir freunden uns mit Manfred an, dem mutigen Ingenieur vom Barbecue, und tauschen bei ein paar Bierchen in lauen Sommernächten an Deck Fotos und Geschichten aus.
Auf der Brücke fragen wir Mariusz Löcher in den Bauch. Er erklärt uns Sternbilder, zeigt uns, wie man damit navigiert und Auf- und Untergangszeiten von Mond und Sonne berechnet. Die Jungs haben es manchmal ein bißchen langweilig hier oben und freuen sich oft über ein wenig Abwechslung. Und für uns gibt es hier tausend spannende Dinge zu tun, zu gucken und zu fragen. Es macht uns Spaß, die Seekarten zu studieren, die Wettervorhersagen zu lesen und den Radar zu beobachten. Als die erste Kursänderung seit knapp einer Woche (!) ansteht, darf Marc sie vornehmen.
Mit dem zweiten Offizier Pjotr studieren wir während seiner Schicht auf der Brücke Seekarten und Handbücher. Auch hierin steckt eine Menge Arbeit. Jede Woche bekommen die Jungs bergeweise Korrekturen, die sie in die Karten übertragen müssen. Mit Hilfe der Profitechnik auf der Brücke zeichnen wir schließlich unsere Fahrtroute (fast) ganz genau in unserer eigenen Afrikakarte ein.
Langsam wird es wieder etwas kühler und der Chief Engineer findet es nun vertretbar, uns den Maschinenraum zu zeigen. Seit fast zwei Wochen schon läuft diese Maschine nonstop 24 Stunden auf voller Kraft. Sieben Leute sind im Schichtdienst pausenlos damit beschäftigt, sie zu warten und zu pflegen, alles während des Betriebs. Es ist unglaublich laut und heiß hier, und die Menschen krabbeln wie Ameisen auf diesem riesigen stampfenden, hämmernden, fauchenden, dröhnenden und Öl schwitzenden Ungeheuer herum. Die haben wirklich harte Jobs hier, mannomann.
Rechtzeitig bevor die See wieder zu unruhig wird, bekommen noch fast alle Mannschaftmitglieder vom Steward die Haare geschnitten. Die Chance lässt sich Marc selbstverständlich nicht entgehen. Meine sind schon kurz genug, seit eine Stellenboscher Friseuse voller Elan losgelegt hat. Naja, wächst ja wieder…
Eines schönen Abends kommt langsam Land in Sicht. Und wie! Wir erreichen die Kanarischen Inseln und der fast viertausend Meter hohe Vulkan Teide auf der Insel Teneriffa türmt sich im Dunst vor unserer D-Deck-Terrasse auf. Davor driften Kreuzfahrtschiffe beleuchtet wie Weihnachtsbäume langsam in den Sonnenuntergang. Was für ein Schauspiel!
Als wir den Schutz der Inseln verlassen, wird die See langsam wieder richtig ungemütlich. Von schräg vorne rollen nun die Wogen und lassen uns auf der Purple Beach wie auf einem riesigen Bullen reiten. Außerdem ist es viel kühler geworden. Wir sind doch recht froh, langsam in die Nähe von Vigo zu kommen. Am Abend des 11.Mai laufen wir – wieder versehen mit einem Lotsen und zwei Schleppern – bei strahlendem Wetter in die malerische Lagune von Vigo ein. Europa hat uns wieder.
Dies ist kein Passagier- sondern ein Arbeitsschiff und es gibt für uns im Grunde nichts zu tun. Was uns aber ganz recht ist. Wir genießen es, mal nichts entscheiden und uns um nichts kümmern zu müssen, nichts organisieren, nichts einkaufen, nichts reparieren, nichts waschen, kochen, putzen, spülen oder aufräumen, einfach überhaupt gar nichts. Wir ruhen uns aus, wozu wir in den letzten Monaten wenig Gelegenheit hatten, weil einfach ständig irgendwas zu tun war. Außerdem genießen wir den Blick auf den Ozean und entdecken das Schiff. Zu unserer Überraschung dürfen wir uns eigentlich jederzeit überall frei bewegen, inklusive der Brücke. Der Kapitän führt uns auf dem Schiff herum, zeigt uns die Werkstätten und Arbeitsräume und seinen Lieblingsplatz auf dem Bug, von dem aus man die fliegenden Fische beobachten kann, die fast ständig übers Wasser zischen. Auch Delphine bekommen wir häufig zu sehen und ab und zu auch einen Wal.
Langsam wird die See ruhiger, die Luft wärmer, und nun wird das Schwimmbad mit Wasser gefüllt. Im Prinzip ist das ein fest verankerter, oben offener Container, der innen schön blau angemalt ist, und mit Meerwasser gefüllt wird. Nix mit Deck oder Liegestuhl dabei, und mehr als drei Züge am Stück sind nicht drin, aber zum abkühlen reicht es allemal und lustig ist es auch.
Eines Abends werden wir vom Kapitän in seine Kajüte eingeladen: Fotos gucken. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt, die man in einer Stunde durchlaufen lassen kann, aber Mariusz ist so interessiert und auch selbst schon viel gereist, stellt so viele Fragen und will alle Geschichten hören, dass wir bei dem leckeren Rotwein, den er uns dazu reicht, bis tief in die Nacht plaudern.
Bei der wöchentlich abgehaltenen Evakuierungsübung dürfen wir in das Free-fall-Rettungsboot einsteigen während der Motor angelassen wird. Nichts für Klaustrophobiker, aber wir finden es spannend, mal so ein Ding von innen zu sehen. Anschließend ist noch Mann-über-Bord-Übung. „It’s for you!“ ruft der dritte Offizier Artur fröhlich zu Marc, als er eine der orange-farbenen Rauchbomben ins Wasser schleudert. Der hatte ihm vorher erzählt, dass der 30. April heute in Holland Koninginnedag ist bei dem das ganze Land oranje trägt.
Hier freuen sich schon seit Tagen alle auf den polnischen Nationalfeiertag am 3. Mai, an dem fast die ganze Crew frei hat, und ganz besonders auf das Barbecue am Vorabend. Bald verstehen wir auch, warum. Inzwischen ist es richtig warm geworden. Auf dem Achterdeck wird ein langer Tisch für alle aufgebaut, dazu ein riesiger Grill, eine Lampionkette und Musik. Haufenweise Fleisch, ein paar Bier und los geht’s. Wir freuen uns, endlich auch die Mannschaft ein wenig mehr kennenzulernen. Dadurch, dass wir mit den Offizieren essen, haben wir doch wenig Kontakt mit der restlichen Crew. Nun, das soll sich heute ändern. Zwar sitzen wir zunächst wieder auf den bequemen Stühlen am Offiziersende, aber nach dem Essen wird die Musik lauter gedreht, die ersten Whiskyflaschen kreisen und schließlich fasst sich einer der Ingenieure ein Herz und stapft auf mich zu. „Please don’t say no..“ hebt er an und fixiert mich dabei mit beschwörendem Blick, und natürlich lehne ich die Aufforderung zum Tanz nicht ab. Schließlich tanze ich gern und der Mann tanzt gut, und das tut auch der nächste und der übernächste. Die Offiziere ziehen sich langsam zurück und wir haben jetzt einen richtig lustigen Abend. Die Jungs klatschen sich gegenseitig ab, sie können nicht nur tanzen, sondern sind auch perfekte Gentlemen, die einen behüten und beschützen, auffangen, zum Platz geleiten, mit Getränken versorgen und mit Komplimenten überschütten. Und das alles total ohne jede Anmache. Einfache polnische Seeleute, die monatelang auf See sind. Da könnte sich so mancher zuhause mal eine Scheibe abschneiden… Außerdem wissen sie zu feiern und wir haben wirklich Spaß. Irgendwann zu später Stunde, nachdem ich wohl mit fast der ganzen Mannschaft getanzt habe, lege ich mich schlafen. Marc macht mit den Jungs noch ein paar Trommelübungen auf dem Tisch und dann ziehen sie sich noch ein Musikvideo rein. Zwischendurch wird spaßeshalber noch kurz der Notstromgenerator angeschmissen. Im Nachhinein finden wir die Entscheidung des Kapitäns, vor der Party vorsorglich das Wasser aus dem Swimming-Pool zu lassen, sehr weise
Am nächsten Vormittag haben die Jungs alle lustige Namen, rauhe Stimmen und schwere Köpfe. Meine Schuhe haben die Nacht seltsamerweise an Deck verbracht, werden aber geborgen, und zum Glück haben wir ja hier nicht viel zu tun und können ohne weiteres einen Relaxtag einlegen.
Wir müssen noch einige Stunden vor der Hafeneinfahrt ankern, bis unser Liegeplatz frei wird und genießen die Ruhe. Es ist zehn Uhr abends, bis wir in den Hafen können, wieder mit Hilfe zweier Schleppboote und eines Lotsen auf der Brücke. Wirklich eine Zentimeterarbeit, die aber mit großer Ruhe und fast entspannt absolviert wird. Es ist zu spät, um noch an Land zu gehen (in Walvis Bay gibt es aber, wie wir zum Glück wissen, auch wirklich nicht viel zu tun), aber wir finden sowieso das Verladeschauspiel im Hafen viel spannender und machen es uns wieder auf unserem Deck gemütlich. Hier wird schon weitaus professioneller und effizienter gearbeitet und bereits am nächsten Morgen sind wir klar zum auslaufen. In der Vormittagssonne legen wir begleitet von ein paar spielenden Robben ab und werfen einen letzten Blick auf Afrika… von hier aus geht es schnurstracks nach Europa. Dreizehn Tage auf dem Ozean.
“She will dance” sagt der Kapitän, als wir uns am Ostermontag nachmittags zum Auslaufen bereit machen, mit skeptisch-düsterem Blick in die Hafenausfahrt, in der schon mehrere Schiffe lebhaft herumschaukeln. Und fragt uns, ob wir gerne Achterbahn fahren. Na, der Mann weiß, wie man Frauenherzen erobert …
Dafür dürfen wir beim Auslaufen auf der Brücke sein. Als der Lotse von Bord ist, wird im Radio Musik eingeschaltet und der Tanz beginnt. In der Hafenausfahrt ist die Fahrtrichtung exakt vorgeschrieben und wir können unseren Winkel zu den genau seitlich anrollenden Wogen nicht ändern. Unsere Purple Beach wird wie ein Spielzeugboot hin und hergeworfen. Wir staunen, wie viel Schräglage so ein – aus einer Höhe von 17m betrachtet – relativ harmlos aussehender Wasserhügel solch einem großen Schiff doch zufügen kann. Auf der Brücke ist zwar alles gut gesichert, dennoch rutschen, als wir 28° Schräglage erreichen, Karten vom Tisch, purzelt Geschirr durch die Gegend und fallen Handbücher aus den Regalen. Alle sind froh, als wir die letzte Boje umkurven und die Dünung von nun an zumindest schräg nehmen können.
Ich lerne, dass ich mir um das Schiff in dieser Hinsicht aber nicht allzu große Sorgen machen muss. Eher schon um die Menschen darauf, die viel empfindlicher sind, am allerehesten aber um die Ladung. Sie ist alles worum es hier geht. Und ab einem Neigungswinkel von 35° läuft der Kapitän Gefahr, Container zu verlieren, also wird er alles daransetzen, einen solchen Winkel zu vermeiden. Das Schiff hält viel mehr aus. Trotzdem ist dieser erste Abend auf See nicht gemütlich. An Deck trauen wir uns nicht mehr, das schwankt zu sehr und ist nass und rutschig, also sitzen wir in unserer Kabine, beobachten die umherrutschenden Möbel, unterhalten uns und versuchen uns irgendwie abzulenken. Unser Gin Tonic hilft uns nicht nur, lockerer zu werden, sondern gibt auch einen prima Neigungsmesser ab – wobei er, wie wir schnell merken, keinesfalls zu voll sein darf
Die Nacht wird ein bißchen unruhig aber zum Glück sind wir beide ziemlich seefest – Marc ist ohnehin ein erfahrener Segler – und überstehen auch die Fahrt im Dunkeln ohne Seekrankheit. So richtig gut geht es uns am nächsten Tag trotzdem nicht. Wir haben den Kurs zwar geändert und bekommen die Dünung jetzt von schräg hinten, was schon viel angenehmer ist, dafür ist sie auch nochmal ein Stück höher geworden. Eine gemütliche Seefahrt ist was anderes. Einen Tag später sieht alles komplett anders aus. Wir haben Sonnenschein und Windstärke 8 von hinten. Die hohe Dünung ist einer rauhen See mit tanzenden Schaumkronen gewichen, aber zum Fahren ist das alles fein, und wir kommen prima vorwärts. Mariusz‘ Stimmung ist genauso aufgeräumt wie das Wetter, und wenn alles gut geht, werden wir schon am Abend Walvis Bay erreichen.
An einem verregneten Ostersonntag betreten wir die M/V Purple Beach, unser Zuhause für die nächsten drei Wochen. Das Schiff ist mittelgroß, knapp 180 m lang und (genau wie unser Auto) Baujahr 1997. Die Kabine – eigentlich eine Suite – die wir bewohnen, ist dafür überraschend altmodisch eingerichtet, aber die ganze Seefahrt ist wohl eher etwas traditionell. Die gesamte 21-köpfige Crew ist polnisch. Der Kapitän, der hier „Master“ genannt wird, ist in unserem Alter, heisst Mariusz, und ist ein sympathischer, kompetenter und aufgeweckter Kerl, den wir sofort mögen.
Das Essen ist sehr nahrhaft, mit viel Fleisch und Würsten, Kohl und Roter Bete in allen Variationen, weichgekochtem Gemüse, und Salzkartoffeln. Nicht so richtig mein Fall, aber wenn die Mannschaft hier italienisch oder thailändisch gewesen wäre, hätte man mich nach drei Wochen wahrscheinlich vom Schiff rollen können. Außerdem ist Ryszard, der Steward, so ein lieber Kerl und immerzu rührend um uns besorgt, er rückt uns die Stühle zurecht, schleppt uns Getränke in die Kabine, und versucht uns zu verwöhnen, so gut es geht, dass ich mir herzlos vorkommen würde, wenn ich nicht auch versuchte, mit seiner Küche zu leben. Und ab und zu war es auch richtig lecker. Die sind hier jedenfalls, wie sie uns sagen, heilfroh, dass wir keine Vegetarier sind, haha, das kann ich mir vorstellen.
Ryszard ist auch für den Getränkeverkauf an Bord zuständig. Der ist nicht nur zollfrei, was unsere inzwischen doch recht ausgelaugte Reisekasse erfreut, hier wird auch noch in echten Größenordnungen gedacht. Auf unsere Frage nach Bier antwortet Ryszard, klar, ob es in Ordnung ist, wenn er die ersten zwölf Flaschen gleich bringt, und die nächsten zwölf wegen des hohen Seegangs erst morgen. Kein Problem. Der Mann ist nicht nur Pole, er ist auch palettenweisen Einkauf gewöhnt.
Wir erfahren von Mariusz, dass wir am nächsten Tag um die Mittagszeit auslaufen wollen, und dass uns dann erst mal schweres Wetter erwartet, mit mehr als sieben Meter hohem Seegang von der Seite. Irgendeine antarktische Störung, die sich hier noch auswirkt. Na, das kann ja heiter werden… Mit Seegang von der Seite kann unser Schiff, wie wir lernen, besonders deswegen nicht gut umgehen, weil es „stiff“ ist – steif. Und das liegt an der Ladung. Wir haben unter vielem anderem auch Ferrochrom geladen, irgendein besonders schweres Zeugs, das ganz unten im Kiel liegt. Überraschenderweise scheint das für die Stabilität und Balance des Schiffes nicht günstig, sondern das genaue Gegenteil zu sein. Das Schiff schlägt irgendwie härter aus, und auch schneller wieder um.
Nach dem Abendessen, zu dem hier Tee getrunken wird, verziehen wir uns mit einem Glas Wein auf unsere D-Deck-Terrasse vier Treppen höher. Den ganzen Abend gucken wir zu, wie extrem ineffizient, ungeschickt und schlampig unser und das Nachbarschiff beladen werden. Ständig werden Container hin- und wieder zurückbewegt, dann hilflos irgendwo abgestellt. Kräne warten stundenlang unbeschäftigt auf Container, LKWs fahren sich mehrfach gegenseitig fest, dann passiert wieder für Stunden gar nichts. Wir sind sehr froh, dass wir bereits mit eigenen Augen gesehen haben, wie der Container mit unserem Auto verladen wurde. So genießen wir vor der grandiosen Kapstadtkulisse mit einem Drink in der Hand das Schauspiel – beschleunigen können wir jedenfalls hier gar nichts.
Am nächsten Morgen ist Mariusz nicht froh. Die Nacht über wurde so wenig geladen, dass aus dem mittäglichen Auslaufen wohl nichts wird. Zwei Lademannschaften werden eigentlich von uns bezahlt, arbeiten aber – wenn überhaupt – vornehmlich am Nachbarschiff, dessen Container unseren dauernd im Weg stehen. In der letzten Stunde wurden gerade mal vier Container verladen – und 75 stehen noch an Land. Außerdem versucht der Kapitän beim Frühstück noch, dem Chef der in Kapstadt angeheuerten lokalen Security Dampf zu machen. In der Nacht wurden zwei blinde Passagiere an Bord aufgegriffen. Die sind in der Schifffahrt ein echtes Problem, wie wir erfahren. Es gibt praktisch kein Land, das sie aufnehmen würde, sie müssen – einmal entdeckt – auf Kosten der Reederei und in Verantwortung des Kapitäns versorgt, bewacht, und dann dahin zurückbefördert werden, wo sie sich an Bord geschummelt haben. Unser Schwesterschiff Amber Lagoon hat vor ein paar Tagen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht verhindern können, dass hier in Kapstadt ein blinder Passagier an Bord gekommen ist, und ihn kurz nach dem Ablegen entdeckt. Was dem armen Kerl offensichtlich entgangen war, war, dass die Amber Lagoon nicht wie wir nach Europa, sondern in Südrichtung unterwegs war – mit Durban als nächsten Hafen. Dort an Land gesetzt zu werden, war sicherlich nicht ganz das, was er im Sinn hatte…
Wir vertreiben uns den Tag damit, die weiterhin äußerst langsam arbeitenden Hafenarbeiter bei ihrem Tun bzw. Nichtstun zu beobachten. Außerdem grusele ich mich natürlich vor dem 7-m-Seegang. Wir werden sehen. Marc ist natürlich wieder viel cooler
This is MV Purple Beach, container and multi purpose cargovessel, MACS Shipping. She will be our home for the next weeks. Dela, Marc and the car (inside a container) will be travelling for about three weeks on board this vessel from Cape Town to Vigo/Spain. We will be the only passengers, travelling in the owner’s cabin, together with 21 people crew.
Departure Cape Town: 25 April 2011
Arrival Vigo/Spain: 11 May 2011
Back in Frankfurt: end of May 2011
See you soon! Schip Ahoy!
Dela and Marc
PS Check out the great link in the comment from Tjark. We will not be able to communicate during the ocean trip, but with this link you can follow the MV Purple Beach on her travels. Thanks Tjark
Nunmehr quasi obdachlos dürfen wir bei Stanleys und Lenies Söhnen Stanley jr. und Darwie, die in Stellenbosch studieren, wohnen, bis unser Schiff endlich ablegt. Dieses Datum wird von Tag zu Tag weiter verschoben. Wir haben uns einen kleinen Mietwagen genommen – im Vergleich zu unserem Reisemobil kommt er uns in der Tat klitzeklein vor – und nutzen die letzten Tage, um Cape Town anzuschauen.
Wir bummeln die Long Street und Waterfront entlang und genießen an einem prachtvollen Herbsttag (jaja) die Aussicht vom Tafelberg. An einem weniger prachtvollen Herbsttag schauen wir das Two Oceans Aquarium an. Nach Robben Island können wir leider nicht, denn wenn die Fähre dahin nicht ausgebucht ist, dann wird sie bestreikt.
Rund um Stellenbosch besuchen wir wunderbare, jahrhundertealte Weingüter. Hier wird stilvoll getrunken und auch vorzüglich gekocht. Als Stanley uns in eine Stellenboscher Studentenkneipe mit Livemusik mitnimmt, genießen wir voller Entzücken endlich mal wieder so etwas wie Nachtleben. Das hatten wir lange nicht!
Wir grillen noch einmal zusammen mit Stanley und seiner Freundin Janine, dann reisen die beiden wie auch Darwie in die Osterferien. Und wir warten immer noch auf unser Schiff, dessen Abfahrt sich aus den unterschiedlichsten Gründen jeden Tag weiter verzögert. Erst ist die Lizenz der Hubschrauber, die die Lotsen in Richards Bay an Bord bringen, abgelaufen, dann ist das Lotsenboot kaputt. Der Timeslot für Cape Town wird verpasst, dann gibt es so hohen Seegang, dass man nur langsam fahren kann, und schließlich erhält ein anderes Schiff den Vortritt. „This is Africa“ – nirgendwo in Afrika haben wir diesen Spruch so oft gehört, wie hier in Südafrika wo man sich für hoch entwickelt und gut organisiert hält.
Die letzten Nachrichten deuten auf Ostersonntag oder auch -montag hin. Zum Glück ist das Wetter schön, wir machen weiter Ausflüge, nach Franschhoek, Paarl und Wellington und futtern uns munter durch die Weingüter.
In der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag soll es nun vielleicht endlich hoffentlich losgehen, juchu, wir freuen uns!!