Falkland Islands

Nicht so sehr viele Menschen haben das Glück, in die Antarktis reisen zu können, und von diesen kommt nur ein kleiner Bruchteil nach Südgeorgien.

Zu weit abgelegen ist diese Insel im tiefen Südatlantik, aber sie ist das Tier- und vor allem Pinguinparadies schlechthin. Weil auf dem weiten Weg dorthin nun mal die Falkland-Inseln liegen, steigt man hier aus und vertritt sich die Füße.

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Auf dem Berg, den wir erwandern, brüten wunderschöne edle Black-browed Albatrosse friedlich durchmischt mit lustigen Rockhopper-Pinguinen. Zwischendrin thronen riesige flauschige Albatrosküken auf ihren Nestern, und warten ruhig auf ihre Eltern, die nur alle paar Tage oder auch Wochen mal zum Füttern vorbeischauen. Andächtig betrachten wir die Szene, die etwas Friedliches und Harmonisches, aber auch Verletzliches ausstrahlt.

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Auf unserem Schiff gibt es keine Animateure, sondern ein Expeditions-Team, das hauptsächlich aus Wissenschaftlern besteht. Natürlich sind Meeresbiologen und Ornithologen darunter, aber wir haben auch Wal- und Robbenexperten bei uns, zwei Botaniker, einen Geologen, einen Glaziologen und einen Historiker. Viele von ihnen haben schon Jahre auf Forschungsstationen oder in Field Camps in der Antarktis verbracht, es sind echte Freaks, und sie haben uns eine Menge zu erzählen. Was für ein Luxus ist das, von solchen Leuten herumgeführt zu werden!  

Inzwischen sind wir auch expeditionsmäßig eingekleidet, und am Strand bekommen wir unsere ersten kleinen Pinguinkolonien zu sehen.

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Zugegeben, kleine Pinguinkolonien, aber das soll sich bald ändern.

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Die Hauptstadt Stanley ist so britisch, wie es nur geht, und ebenfalls sehr klein. Nach zwei Tagen reicht es auch mit dem Füße vertreten, wir wollen weiter. Allerdings zieht erstmal ein selbst für diese Gegend kräftiger Sturm auf, der uns zwingt, die Nacht in einer tiefen geschützten Bucht zu verbringen. Da liegen wir dann vor Anker in einer tosenden See im wütend brüllenden Sturm, der das Wasser nach oben reißt und durch die Gegend schleudert, und an unserem Schiff zerrt und rüttelt. Die Crew hat ihre liebe Not, uns an Ort und Stelle zu halten, der Motor läuft die ganze Nacht. Später sollen wir erfahren, dass Windgeschwindigkeiten von 107 Knoten gemessen wurden, das sind fast 200 km/h.

Am nächsten Morgen ist das Schlimmste vorbei und wir laufen aus. Allerdings haben wir noch immer Wellen von 8-10 Metern Höhe, zwischendurch auch mal 12, sie attackieren uns von allen Seiten, wir schlingern und schleudern, alles purzelt durcheinander. Einige Stunden versuchen wir, irgendwie vorwärts zu kommen, schließlich geben wir auf und gehen zurück in unsere Bucht.

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Am Abend – wir haben inzwischen einen vollen Tag verloren – starten wir einen neuen Versuch, und diesmal ziehen wir es durch. Tapfer kämpft sich unser Schiff durch Wind und Wellen, wir kämpfen gegen die Seekrankheit und lauschen den Lectures und Vorträgen unserer Wissenschaftler. Wir überqueren die antarktische Konvergenz, und befinden uns nun also offiziell in der Antarktis.

Nach zwei Tagen tauchen aus dem nebligen Südatlantik seltsame Zacken auf. ‘Shag Rocks’ heißen diese 70 Meter hohen, von Heerscharen von Vögeln umkreisten Felsen, die hunderte von Kilometern von jeder Küste entfernt sind. Der Sturm hat soweit nachgelassen, dass wir endlich wieder auf die Außendecks dürfen, um sie zu bewundern.

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Noch eine ganze Nacht fahren wir weiter durch das weite offene Meer, dann sind wir endlich da. Wie brennen wir auf unsere erste Begegnung mit Südgeorgien!

12 Antworten auf „Falkland Islands“

  1. Wow! Den Seegang möchte ich mir gar nicht vorstellen, da wird mir hier auf dem Sofa ja schon schwummrig. Hab alles nur so verschlungen – war schon auf Reiseberichtsentzug 😉 Und dann noch mal in Ruhe gelesen und Fotos geschaut. Und fiebere jetzt schon dem nächsten Bericht entgegen! Wie kalt ist es da eigentlich so?
    Alles Liebe und danke, dass Ihr uns so wunderbar teilhaben lasst.
    Gruss Antje

  2. dankeschoen ihr zwei fuer den neuen bericht. spannend und schoen. wie immer. habt spass in der antarktis. bin schon sehr gespannt auf eure neuen bilder davon.
    marina

  3. So beieindruckend ich das alles finde und so toll die Bilder sind, aber ich habe auch vom Kampf gegen die Seekrankheit und viel zu starkem Wind und viel zu hohen Wellen gelesen, dabei gönne ich Euch eigentlich nur Gutes! Haltet Durch 🙂
    Hatte Marc Mumps in Patagonien?

  4. Ich bin wieder begeistert, sehr schöne Bilder und ein super Reisebericht.
    12 Meter hohe Wellen sind schon der Wahnsinn.
    6 bis 8 Meter Hohe Wellen habe ich schon mal erlebt und fand ich nicht so angenehm.
    Gute Reise noch und viel Spaß in der Antarktis.

  5. Rockhopper-Pinguine? Die sind ja wohl die allercoolsten! Zum Brüllen lustig finde ich, sehen die aus. Haben mich sogar am Montagmorgen bei der Arbeit zum Lachen gebracht. So einen hätte ich gerne. Und so eine Frisur möchte ich auch haben. 🙂
    Den Seegang könnt ihr aber getrost dort lassen. Auch ich bin schon vom Lesen alleine ein bisschen seekrank geworden. Und gefährlich ist der auch, der antarktische Zirkumpolarstrom nebst seinem legendär miesen Wetter. Von den Kaventsmännern habe ich im Fernsehen gesehen, auwei, auwei!!
    Wissenschaftler statt Animateuren, das ist ja eh das beste! Ihr Glückspilze!!

  6. Liebe Dela, lieber Marc,
    Ich lese sonst ’nur‘ mit, aber jetzt tippe ich doch mal in die Tasten, es muss endlich auch von mir gesagt werden: die Reiseberichte sind wahnsinnig spannend und es ist so schön, Euch auf dem einen oder anderen Bild zu sehen und so erfüllt zu sehen! …ok, die Seekrankheit ausgespart 🙂 Geniesst Eure Reise, mit lieben Grüssen von Martina

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