Chile 2 – Middle – Araucania

Im malerischen Elqui-Tal glaubt man an außerirdisches Leben, Ufos, Kräuter, Kristalle usw.

Und natürlich gibt es wieder jede Menge Sternwarten, wo teilweise richtige Shows abgezogen werden. Wir finden ein familiengeführtes Observatorium auf einem Weingut, wo wir mit einer richtigen studierten Astronomin endlich auch selbst durch die Teleskope gucken können. Fernanda gibt uns zuerst eine Einführung, dann zeigt sie uns mit einem gar nicht sooo kleinen Teleskop die Pleiaden. Wir studieren eingehend Orion, unseren langjährigen Begleiter (und Beschützer, wie wir uns gerne ein bißchen einreden), und dann schauen wir immer weiter in die Tiefen und die Vergangenheit des Universums, bis hinein in andere Galaxien, die unvorstellbare 160.000 Lichtjahre von uns entfernt sind. Danach können wir kaum einschlafen und schauen noch die halbe Nacht in den Himmel.

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Wir schaukeln weiter durch die Weingegend, wo man es – wie wohl in allen Weingegenden der Welt – ganz gut aushalten kann. Valparaiso können wir nur durchfahren, denn hier parkt man in Tiefgaragen, für die wir zu hoch sind. Ist nicht schlimm, denn wir sind mit unserem chilenischen Freund René verabredet. In vielen Jahren, die wir uns immer wieder irgendwo auf der Welt getroffen haben (auch in Frankfurt, ein paar von Euch erinnern sich vielleicht), besuchen wir ihn zum ersten Mal in seiner Heimat. Im Haus seiner Freundes Cristian und dessen Familie verbringen wir ein fröhliches Wochenende zusammen, mit viel Musik, riesigen Lachsen, und allerlei Geschichten.

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Um die Millionenstadt Santiago können wir jetzt getrost einen Bogen machen. Wir biegen ab nach Süden durch eine für uns recht unspektakuläre Landschaft, in der sich aufgrund der Ähnlichkeit mit ihrer Heimat vor rund 150 Jahren viele Deutsche angesiedelt haben, die nun ihr etwas altbackenes Deutschtum sehr hochhalten – nicht so sehr unser Ding. Immerhin finden wir einen schönen Wasserfall.

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Hier treffen wir unsere Franzosen wieder. Wir feiern das Wiedersehen mit einem großen Barbecue, dann nehmen wir gemeinsam Kurs auf Araukanien.

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Dies ist wieder ein Zauberland. Hier gibt es nicht nur schneebedeckte Vulkane, hier wachsen auch die Araukarien, die der Region ihren Namen gaben, in den Himmel. So riesig und in Massen wirken sie ganz anders als in den heimischen Ziergärten. Düster, wie große Hände mit langen stacheligen Fingern scheinen sie in die Luft zu greifen. Ein dunkler, magischer Märchenwald ist das, überall flüsternd und murmelnd, mit riesigen Farnen und Schachtelhalmen, zottigen Moosen und Flechten, und hie und da zeigen sich seltsame Wesen – seht selbst:

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Nachdem wir auf einem Lavastrom übernachtet haben (wieder etwas Neues), verabschieden uns von den Franzosen und streifen noch ein wenig weiter durch die Nationalparks.

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In einem von ihnen finden wir einen kleinen verwunschenen See, der in keinem unserer Reiseführer erwähnt ist, aber der uns vollkommen die Sprache verschlägt. Entstanden ist er offenbar als natürlicher Stausee durch einen Lavastrom, der einen Fluss gestoppt hat. Die Araukarien, die dort standen, haben das nicht überlebt. Ihre Überreste stehen und liegen nun in diesem See, der derartig klar ist, dass man wirklich überall komplett mehrere Meter auf den Grund sehen kann. Wie mit Glas ausgegossen! Und von geradezu magischer Schönheit:

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Weiter streifen wir durch das Land der tausend Vulkane und Gletscherseen, weiter, immer weiter nach Süden.

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Irgendwann landen wir in Puerto Montt. Von hier setzen wir über auf die sagenumwobene Insel Chiloé.

8 Antworten auf „Chile 2 – Middle – Araucania“

  1. WOW, sagenhaft schön!!! Wie wunderbar ist doch unsere Erde! Und ihr könnt das alles genießen, ich seh euch an wie glücklich ihr darüber seid. Und bis ins Universum konntet ihr schauen, ich bin ja soo neidisch!
    Ich wünsche euch weiter alles gute und viel Glück.
    I

  2. Ich glaube, das wäre eine Gegend, die uns auch gefallen würde! Mir gefällt aber auch, euch mal in T-Shirt und kurzer Hose zu sehen. Das Wetter war bisher ja nicht immer euer bester Freund.
    Hier gab es am letzten Wochenende mächtig Schnee – aber alles schon wieder weg. Ich liege mit einem gebrochenen Fuss auf der Couch, geniesse Reiseberichte und vervollständige die Sammlung der Fotobücher. Wenn NY, Reunion und Taiwan erledigt sind, werde ich endlich mal Afrika in Angriff nehmen.
    Euch weiterhin gute Fahrt und seid gedrückt!

  3. Krasser Wald! Der gefällt mir, und auch der glasklare See. Wunderbar, was ihr alles zu sehen bekommt.
    Smart Ass-Bemerkung zu den Plejaden: Ihr habtbestimmt den Sternhaufen IC 2602 gesehen. „Auf der Südhalbkugel kann man IC 2602 leicht für die nur am nördlichen Sternenhimmel zu beobachtenden Plejaden halten.“ Wikipedia 🙂 (Jaaaaa, ich bin schon wieder etwas neidisch…)

    1. Na, da hast Du mich aber wirklich ins Grübeln gebracht, kleine Cyber-Schwester!
      Sollte Fernanda, die studierte Astronomin, uns tatsächlich so hereingelegt haben…?
      Nein, hat sie nicht, ich hab das mal recherchiert.
      Also, die Plejaden, das Siebengestirn, die sieben kleinen Schwestern, gehören zum Sternbild Stier.
      Und das Sternbild Stier ist ein Sternbild, richtig, der nördlichen Hemisphäre, was laut Wikipedia bedeutet, dass es nur zwischen dem 89° Breitengrad Nord und dem 59° Breitengrad Süd vollständig zu sehen ist. So, und jetzt guck mal auf Deinen Globus… 🙂
      Tschuldigung, aber das konnte ich echt nicht auf mir sitzen lassen. Sternenhaufen IC 2602, ph…. 😉

    2. Ach so! Das ist interessant!! Aber klar, die nördliche Halbkugel endet zwar mathematisch betrachtet am Äquator, aber in der Praxis muss das natürlich nicht immer so genau genommen werden. Dann könntet ihr theoretisch sogar von Feuerland aus noch Plejaden gucken. Hach… 🙂

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