Argentina 1 – Southern Patagonia

Ganz im Süden von Argentinien warten noch ein paar richtige Berühmtheiten auf uns.

Dazu gehört Perito Moreno, der wohl bekannteste Gletscher der Welt. Okay, wir haben in den letzten Monaten wirklich viele Gletscher gesehen, und sind nicht ganz sicher, ob uns dieser jetzt noch vom Hocker reißen wird, aber anschauen wollen wir ihn doch. Und ganz ehrlich: er ist toll! Was diesen Gletscher so besonders macht, ist, dass man sehr einfach sehr dicht an ihn herankommt. Er fließt in einen See, auf eine große Halbinsel zu, an die er fast heranreicht. Die Menschen haben ein paar Holzstege, Balkone und Terrassen auf diese Halbinsel gebaut, und voilà, fertig ist eine bombastische Riesentribüne für die große weiße Majestät, die da stolz und schön in ihrem Gletscherbett ruht.

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Außerdem schrumpft dieser Gletscher nicht, sondern er wächst und kalbt ununterbrochen. Andauernd hören wir es knirschen und krachen, dann knallen wie Gewehrsalven, immer wieder von der gleichen Stelle. Wir suchen uns einen guten Platz, um diese Stelle zu sehen, und erleben wenige Minuten später genau vor unserer Nase einen Riesenabbruch. Mit Donnergetöse stürzt ein komplettes Vorderstück von der Größe eines Hochhauses in den See, wo es nicht etwa zum Eisberg wird, sondern praktisch pulverisiert und in Millionen Stückchen zerspringt, die als Teppich auf dem See zurückbleiben.

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Alle paar Jahre kommt es vor, dass der Gletscher an die Halbinsel anstößt und den See in zwei Teile teilt. Nur einer der Teile hat einen Zufluss, was dazu führt, dass der Wasserspiegel dieser Hälfte immer höher ansteigt, bis der Druck auf die Eisbrücke zu groß wird, und sie in einem Riesenspektakel einstürzt. Nun, dies ist so ein Jahr, der Gletscher hat die Halbinsel erreicht und den Wasserdurchfluss verschlossen. Der Wasserspiegel der einen Hälfte ist bereits um mehrere Meter angestiegen.

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Wir denken, es dauert noch ein paar Wochen, bis die Eisbrücke bricht, aber nur zehn Tage später ist es schon soweit. Leider geschieht es bei Nacht, so dass es niemand miterleben kann.

Wir fahren weiter durch die Weite des argentinischen Patagoniens. Wir kennen die chilenische Seite Patagoniens ganz gut, mit ihren nassen feuchten kalten Landschaften, den uralten Bäumen, Sümpfen, Gletschern und Wasserfällen. Hier ist alles anders: steppenartige offene Ebenen mit weiten Blicken, Pampagras, Stachelbüsche, unglaublich starker Wind, Guanakos, Gürteltiere und Nandus. Und noch ein paar andere lustige Vögel.

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Und lustige Verkehrsschilder. Wir wissen nicht, wie weit die nächste Palme entfernt ist, aber sicher ist, hier gibt es im Umkreis von mehreren hundert Kilometern überhaupt noch nicht mal einen Baum.

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Nicht weit nördlich wartet die nächste Berühmtheit, der Berg Fitz Roy, benannt – na klar – nach dem Captain der Beagle. Ihr wisst schon, das Schiff mit Charles Darwin. Er hat es seinerzeit geschafft, mit der Beagle vom Atlantik aus auf dem Rio Santa Cruz bis auf 50 km an diesen Berg heranzufahren. Wir machen ein ein Picknick am Ufer, fahren dann am Fluss entlang, und bekommen einen Eindruck davon, was Fitz Roy und Darwin wohl so gesehen haben müssen.

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Das Fitz Roy-Massiv schickt uns zum Empfang einen Kondor, der lässig auf unser Auto zudreht, dann herabsinkt, und uns durch die Fenster betrachtet. Kurze Kopfbewegung zur Seite, dann steigt er wieder auf, wir dürfen weiterfahren.

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Es ist windig, aber es regnet gerade mal nicht, also gehen wir wandern und schauen uns diesen Fitz Roy näher an.

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Wunderschön finden wir auch diese riesigen Felszacken mit ihren Gletschern. Auf unserer Campsite freunden wir uns mit ein paar frisch studierten Geologen aus der Slowakei an. Ob diese Zacken hier auch solche Magmasäulen wie im benachbarten Torres del Paine sind, wollen wir wissen. Nein, sagen sie, nichts Vulkanisches diesmal, irgendwas mit Limestone. Die Details gehen an einem lustigen Abend im Slibowitz unter.

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Wir gehen noch etwas mehr wandern, aber bald fängt es auch hier wieder an zu regnen, und wir fahren weiter zum Parque National Perito Moreno. Das muss doch wohl auch ein bedeutender Mann sein, dieser Perito (Entdecker) Francisco Moreno, denken wir. Nach ihm ist nicht nur der große Gletscher, sondern auch ein ganzer Ort und eben dieser Nationalpark viel weiter nördlich benannt. Und wofür ist er dann so berühmt? Nun, der Mann hat schlicht und einfach in all den Grenzstreitigkeiten mit Chile diese Gegend für Argentinien beansprucht. Nachdem man sich darauf geeinigt hatte, dass die Wasserscheide die Grenze bilden sollte (also alles wovon aus die Flüsse in den Pazifik fließen, chilenisch sein sollte, und die Gebiete, wo sie in den Atlantik fließen, argentinisch), hat er nicht davor zurückgeschreckt, einen ganzen Fluss umzuleiten, so dass er in einen Atlantikzubringer fließt. Schöner Entdecker…Winking smile

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Die Landschaft ist hübsch, aber hier liegt bereits Neuschnee auf den Bergen nicht weit oberhalb von uns, und der Eiswind fegt uns buchstäblich aus dem Park heraus. Wir haben nun endgültig genug von Kälte, Eis und Schnee – wie Ihr zuhause wohl auch, wie wir hören. Bei Euch wird der Frühling hoffentlich bald kommen, hier wird es langsam Herbst, und wir beschließen, Tempo aufzunehmen Richtung Norden, wo es vielleicht noch ein wenig wärmer ist.

8 Antworten auf „Argentina 1 – Southern Patagonia“

  1. hallo, guten tag ihr zwei

    wieder mal sehr interessant. der gletscher ist wirklich beeindruckend. viel spannendes und schoenes noch auf eurer weiteren reise in den waermeren norden.
    ich hab immer viel freude mit euren berichten und fotos – ganz toll.

    alles liebe marina

  2. Zo mooi allemaal! Heerlijk om jullie verhalen te lezen.
    PS naast het kamperen toevallig ook in de trattoria / wijnbar – Maffía Pastas – terecht gekomen (el chalten). De gedachte aan hun pasta’s hielpen mij altijd om de laatste kilometers met iets meer energie te overbruggen…

  3. Hallo liebe Dela und Marc,
    wunderschöne Kulissen, welche ihr uns mitteilt. Das gefällt sogar mir als Sonnenanbeterin 🙂 Ich hoffe euch geht es gut!! Bei uns ist alles roger! Huscht mal schnell in den Norden, so dass ihr noch ein paar Sonnenstrahlen erwischt. Ganz liebe Grüße von Jörg, Lisa und mir…

  4. Tolle Fotos von beeindruckenden geradezu unwirklich schönen Lanfschaften.
    Und dieser Francisco Moreno gefällt mir!
    Was gibt es doch für Typen die alle möglichen „Flüsse“ umleiten, und meistens in die eigenen Taschen oder sonst wohin.

  5. …sodele….jetzt habe ich erst Teil 2 angeschaut ….die Bilder vom Gletscher gefallen mir sehr gut…wenn ich an Argentinien denke, fällt mir Rindersteaks, Schlachthöfe, Fussball und Maradona ein, Ihr zeigt, es gibt deutlich mehr, toll prima super lecker, fantastico…..man schaut die Bilder immer mit einem lächeln und weiß, 2 Freunden geht es richtig gut…..schöner Gedanke und ich sollte Harald noch unterstützen bei der Schoppen Tour…..lach 😉

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